Die kurze Antwort: Ein Baukasten passt, wenn du Bock hast, selbst zu basteln, und dir dein Auftritt nicht so wichtig ist. Eine individuell gebaute Website lohnt sich, wenn sie dir Kunden bringen und nach dir aussehen soll statt nach Vorlage. Und WordPress? Da rate ich niemandem zu. Warum, steht weiter unten.
Neutral bin ich dabei nicht. Ich hab selbst mit WordPress angefangen, und es hat mich so derart genervt, dass ich Webentwicklung studiert hab, um es richtig zu können. Heute baue ich jede Seite ohne Baukasten und ohne WordPress. Was die anderen Wege gut können, lass ich trotzdem nicht weg.
Die drei Wege kurz erklärt
Der Baukasten. Wix, Jimdo, Squarespace oder die Baukästen der großen Hoster: Du suchst dir eine Vorlage aus, ziehst Elemente auf die Seite und tauschst Texte und Bilder. Server, Technik und Sicherheit übernimmt der Anbieter. Dafür zahlst du ein Abo, solange die Seite online ist.
WordPress. Ein kostenloses System, das auf einem eigenen Webspace läuft. Das Aussehen kommt von einem Theme, Funktionen kommen über Plugins dazu, oft auch ein Page Builder, mit dem man Seiten zusammenklickt. Inhalte pflegst du im Backend selbst. Die Updates hast du gleich mit an der Backe.
Individuell gebaut. Die Website entsteht ohne Vorlage. Design und Code werden für dein Projekt gemacht und für kein anderes. So arbeite ich.
| Baukasten | WordPress | Individuell gebaut | |
|---|---|---|---|
| Wer baut | du | du oder jemand, der sich damit auskennt | jemand, der Code schreibt |
| Kosten am Anfang | gering | vom Selbermachen bis zum Agenturprojekt | einmaliger Projektpreis |
| Laufende Kosten | das Abo, solange die Seite läuft | Hosting, oft Lizenzen und Wartung | Hosting, Domain, Änderungen nach Bedarf |
| Design | Vorlage, angepasst | Theme, angepasst | für dich entworfen |
| Technik pflegen | macht der Anbieter | Updates für System, Theme und Plugins | wenige bewegliche Teile, selten Updates |
| Selbst ändern | im Editor | im Backend | mit CMS, sonst auf Zuruf |
| Wechseln | Domain geht mit, das Design meist nicht | möglich, die Daten liegen bei dir | volle Nutzungsrechte, Hosting und Domain auf deinen Namen |
Der Baukasten: was er kann und wo es hakt
Was ein Baukasten gut kann: Du musst nix installieren, nix aktualisieren und dich nicht um Sicherheit kümmern. Am Anfang zahlst du wenig, und eine einfache Seite steht schnell.
Wo's hakt, merkst du, sobald du mehr willst als die Vorlage:
- Du gestaltest trotzdem. Abstände, Schriftgrößen, Spalten, was auf dem Handy wohin rutscht: Das sind dieselben Fragen, die ich im Code mit HTML und CSS beantworte. Im Baukasten stecken sie hinter Reglern und Panels, und welcher Regler was macht, ist nicht immer logisch. Die Handy-Ansicht musst du am Ende trotzdem prüfen und oft von Hand nachziehen.
- Du lernst eine Software. So einen Baukasten richtig zu beherrschen, dauert. Und was du dir da beibringst, funktioniert genau in diesem einen Werkzeug.
- Du bist an den Anbieter gebunden. Willst du wechseln, nimmst du deine Domain mit, dein Design meistens nicht.
- Auf Code und Ladezeit hast du kaum Einfluss. Du kriegst, was der Anbieter ausliefert, und der baut für alle, nicht für dich.
- Das Abo läuft weiter. Schau auf der Preisseite des Anbieters nach, ob sich der Preis nach dem ersten Jahr ändert.
Und die eigentliche Arbeit bleibt sowieso bei dir: Struktur, Texte, Bilder. Auch für Google. Titel und Beschreibungen kannst du in jedem Baukasten setzen, die Technik ist selten das Problem. Was fehlt, ist der Plan: Welche Seite soll für welche Suche gefunden werden, und was muss dafür draufstehen?
WordPress: kann viel, will viel
WordPress ist riesig. Für fast jede Funktion gibt's ein Plugin, für fast jedes Problem jemanden, der sich auskennt, und ein Blog ist gleich eingebaut. Das erklärt, warum so viele Seiten damit laufen.
Der Preis dafür ist Pflege:
- Updates gehören dazu. System, Theme und Plugins wollen regelmäßig aktualisiert werden. Bleiben sie liegen, wird die Seite angreifbar. WordPress ist so verbreitet, dass Bots rund um die Uhr nach bekannten Lücken suchen. Machst du die Updates nicht selbst, brauchst du jemanden dafür, oft gegen eine monatliche Gebühr.
- Jedes Plugin ist Code von jemand anderem. Jedes kann Lücken mitbringen, und manchmal verträgt sich ein Update nicht mit dem nächsten Plugin.
- Page Builder schleppen viel Code mit. Das kostet Ladezeit, vor allem auf dem Handy. Und was manche Page Builder heute als Neuheit feiern, Komponenten oder Variablen für Farben und Schriften, ist im Code seit Jahren Standard.
- Premium-Themes und -Plugins kosten Lizenzgebühren, die oft jedes Jahr neu fällig werden.
Wie das in echt aussieht, hab ich selbst gelernt. Am Anfang lagen bei mir vier WordPress-Seiten auf einem gemeinsamen Webspace. Zwei davon wurden gehackt, die anderen zwei hatten Glück. Eine war so hartnäckig verseucht, dass ich einen riesigen Berg Arbeit hatte, bis alles wieder sauber war. Bezahlt hat mir das niemand. Dass vier Seiten auf einem Webspace keine gute Idee sind, ging auf meine Kappe, da hat mir die Erfahrung gefehlt. Seitdem fass ich WordPress nicht mehr an, und Hosting und Domain laufen bei meinen Kunden immer auf ihren eigenen Namen.
Noch ein Punkt fürs Vergleichen: Mit WordPress gebaut heißt nicht automatisch individuell. Oft steckt ein gekauftes Theme dahinter, in das neue Texte und Bilder kommen. Frag einfach nach, bevor du unterschreibst.
Hast du schon eine WordPress-Seite, die läuft, gepflegt wird und dir Anfragen bringt: Lass laufen. Wichtig ist nur, dass sich jemand um die Updates kümmert.
Individuell gebaut: was das heißt
Individuell heißt, dass deine Seite für dich entworfen und gebaut wird. Keine Vorlage, kein Theme, keine Plugins von irgendwem. Drin ist nur, was die Seite braucht.
Von Hand heißt dabei nicht ohne Maschinen. Ein Schreiner sägt auch nicht alles mit der Handsäge, der hat eine Kreissäge und eine CNC-Fräse. Ich arbeite mit einem ganzen Satz Werkzeuge, von Next.js und Tailwind bis zu KI, und die nehmen mir eine Menge Handarbeit ab. Zwischen mir und dem Binärcode, auf den am Ende alles hinausläuft, stehen sowieso tausend Werkzeuge. Die Entscheidungen bleiben bei mir: wie die Seite aufgebaut ist, wie sie aussieht, was weg kann.
Was du davon hast:
- Ein Design, das zu dir passt. Layout, Schrift und Farben kommen aus deinem Angebot und deiner Art, nicht aus einem Katalog.
- Eine schnelle Seite. Ohne Page Builder und Plugins lädt nur, was gebraucht wird.
- Wenig zu pflegen. Ohne CMS gibt's kein Login, das jemand knacken kann, und keine Plugins, die veralten. Ganz ohne Updates geht's trotzdem nicht, die Bausteine darunter kriegen auch mal Sicherheitsupdates. Die hab ich im Blick, und wenn eins wichtig ist, spiel ich's ein. Das kommt aber selten vor.
- Bekannte Technik. Next.js nutzen viele Entwickler. Wenn du irgendwann jemand anderen ranlassen willst, findest du jemanden.
Und die Nachteile:
- Der Preis am Anfang ist höher als beim Baukasten.
- Es dauert länger. Eine typische Website braucht bei mir rund zwei Monate, vom Erstgespräch bis zum Launch.
- Selbst ändern geht nur mit CMS. Ohne CMS sagst du Bescheid, und ich ändere es.
- Für größere Umbauten brauchst du jemanden, der Code versteht.
Beim Ändern lohnt sich aber eine Frage: Wie oft musst du auf deiner Seite überhaupt was ändern? Wenn man ehrlich ist, extrem selten. Ein CMS kann ich dir bauen, zugeschnitten auf deine Seite. Rechne vorher aber nach: Es kostet 1.400 € extra, dafür kriegst du rund 12 Stunden Änderungen auf Zuruf.
Ein Beispiel: Carsten Kien
Carsten stand bei null, als er sich nach 20 Jahren in der Automobilbranche als Coach selbstständig gemacht hat. Kein Auftritt, kein Logo, keine Marke. Einen Baukasten hätte er schnell gehabt. Warum er den nicht wollte, sagt er besser selbst:
„Und genau hier liegt für mich der große Unterschied: Es wird nicht einfach irgendein Baukastensystem genommen, ein paar fertige Elemente zusammengeschoben und am Ende sieht die Webseite aus wie 100 andere.“
Das sag nicht ich, das sagt er. Bei ihm sind aus einer ausführlichen Discovery Marke, Logo, Farben, Sprache und Website entstanden, alles aus einem Guss. Wie das aussieht, zeigt die Fallstudie zu Carsten Kien Coaching.
Was für wen passt
Ein Baukasten, wenn du Bock hast, selbst zu basteln. Mach. Ich halt dich nicht ab, ich rat dir aber auch nicht dazu. Am ehesten passt er, wenn
- du gerade startest und erst mal testen willst, ob dein Angebot trägt,
- du nur eine Visitenkarte im Netz brauchst: wer du bist, was du machst, wie man dich erreicht,
- deine Kunden über Empfehlungen kommen und kaum über Google.
Achte dabei auf eine eigene Domain auf deinen Namen. Die kannst du mitnehmen, wenn du später umsteigst.
WordPress, wenn du schon eine Seite hast, die läuft. Dann lass laufen. Für eine neue Seite rate ich nicht dazu.
Eine individuell gebaute Seite, wenn
- neue Kunden dich über Google finden sollen und nicht nur über Empfehlungen,
- deine Seite nach dir klingen und aussehen soll,
- du keine Zeit hast, dich in Struktur, Texte und SEO einzuarbeiten,
- dein Angebot viel Erklärung braucht oder eine Funktion, die zu deinem Ablauf passt, etwa eine Buchung oder einen Rechner.
Für Berater, Coaches und andere Selbstständige, die schon Kunden haben, steht unter Website für Berater und Coaches, was so eine Seite leisten muss.
Was das kostet
Damit du eine Hausnummer hast: Ein Onepager kostet bei mir ab 2.900 €, eine Firmenwebsite mit bis zu 5 Seiten ab 4.900 €. Alle Preise sind Endpreise. Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet. Alle Pakete und Extras stehen bei den Webdesign-Preisen, und was in einer Firmenwebsite steckt, unter Website erstellen lassen. Was eine Website auf welchem Weg kostet, steht ausführlich in Was kostet eine Website?
Drei Fragen für deine Entscheidung
- Woher sollen deine Kunden kommen? Vor allem über Empfehlung, dann reicht oft eine einfache Seite. Über Google, dann brauchst du Struktur, Inhalte und Technik, die zusammenpassen.
- Was ist deine Zeit wert? Rechne die Stunden, die du in einen Baukasten steckst, gegen das, was du in der Zeit mit deiner eigentlichen Arbeit verdienen würdest.
- Wer kümmert sich in zwei Jahren drum? Es zählt nicht, wie schnell eine Seite steht, sondern wie lange du damit leben kannst.
Und jetzt?
Wenn du unsicher bist, frag mich. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir zusammen, was du brauchst. Oder rechne im Kostenrechner nach, was eine individuell gebaute Seite für dich kosten würde.